„Journalismus bedeutet, etwas zu bringen, von dem andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist PR“ George Orwell oder jemand anderes 🙄
Die #NoCovid-Strategie war ein „wissenschaftsferner Kontrollwahn“ (Jonas Schmidt-Chanasit), weil ihre Vertreter nichts von den statistischen und technischen Bedingungen wissen wollten, unter denen jene Zahlen erhoben wurden, die sie auf null hinunterzudrücken beabsichtigten. Darin lag die vollständige Selbstausschaltung des Denkens. Und man muss sich schon fragen, warum Wissenschaftler sich einfachster Denkfehler schuldig machen, während schwerste Kollateralschäden in Kauf genommen werden. Hat die Gesellschaft sie nicht jahrelang teuer ausgebildet, damit sie logisch denken, ihren Beitrag zu komplexen Fragestellungen leisten und auf diese Weise zum gesellschaftlichen Wohl beitragen?
1) Jeder PCR-Test geht mit einer Fehlerquote einher, die sogenannte Falschpositive produziert; kein Testverfahren besitzt eine Spezifität von 100 Prozent. Daraus folgt, dass man, solange man testet, stets positive Befunde erhalten kann, deren Zahl auch von der Testaktivität und der Ausweitung der Testpopulation abhängt.
2) Auf dem Höhepunkt der deutschen Testaktivität wurden dem Robert Koch-Institut innerhalb einer Woche rund 2,62 Millionen PCR-Tests gemeldet. Selbst bei einer äußerst niedrigen Falschpositivrate von nur 0,1 Prozent hätten allein die unvermeidbaren Testfehler rechnerisch rund 2.620 positive Befunde pro Woche produziert – und das selbst dann, wenn kein einziger Getesteter tatsächlich infiziert, „No Covid“ also bereits erreicht gewesen wäre. Bei einer angenommenen Falschpositivrate von 0,4 Prozent wären es bereits rund 10.500 positive Befunde pro Woche gewesen, die nach der Logik der Strategie durch Testungen des jeweiligen Umfelds hätten eingedämmt werden müssen, wodurch wiederum weitere falschpositive Befunde entstanden wären.
3) NoCovid scheiterte damit bereits an den technischen Bedingungen seiner eigenen Messung. Man hätte das Endziel immer weiter vor sich hergeschoben, selbst wenn man es längst erreicht hätte. Dieses Vorgehen gleicht einer Katze, die ihrem eigenen Schwanz hinterherjagt. So viel Mühe sie sich auch gibt, sie wird ihn niemals einholen.
4) Die Bundesregierung setzte während der Pandemie auf Berater, die NoCovid entweder selbst ausgearbeitet hatten, sich die Strategie inhaltlich und rhetorisch zu eigen machten oder zumindest ihr Nullziel ausdrücklich unterstützten. Melanie Brinkmann und Michael Meyer-Hermann gehörten zum innersten Kreis. Meyer-Hermann erklärte im Deutschlandfunk, das unter dem Begriff „Zero Covid“ kursierende Ziel sei ein „sinnvolles Ziel“. Beide berieten die Politik, beide verfassten das NoCovid-Papier, beide wurden später in den Expertenrat der Bundesregierung berufen.
5) Auch Christian Drosten sprach sich für das Nullziel aus: „Es wäre absolut erstrebenswert, jetzt auf die Null zumindest zu zielen.“ Mit Drosten und Viola Priesemann erhielten zwei weitere Unterstützer dieses Ziels einen Sitz im Expertenrat. Auch Prof. Dr. Heinz Bude, einer der Verfasser des sogenannten Angstpapiers, gehörte zu den Autoren des NoCovid-Papiers. Der damalige RKI-Präsident Lothar Wieler sagte: „Je näher die Inzidenz an die Null-Inzidenz kommt, desto besser.“
Der Sündenbock für die anhaltend hohen Infektionszahlen war unterdessen schnell gefunden. Der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte: „Wir erleben gerade eine Pandemie der Ungeimpften.“ Die Schuld lag demnach bei den Ungeimpften – und nicht etwa in der Idiotie des eigenen Vorgehens. Wir haben erlebt, wie sich eine angeblich aufgeklärte Gesellschaft auf diese Weise restlos um den Verstand bringen lässt. Und es sind dieselben politischen und institutionellen Milieus, die bis heute eine ernsthafte Aufarbeitung verhindern.
#RichtigErinnern