Die Bundesregierung hat gestern nach zehn Stunden Koalitionsausschuss 34 Beschlüsse vorgelegt. Das klingt nach Bewegung. McKinsey hat nüchtern nachgerechnet, wo Deutschland als Industriestandort steht:
▪ In vier von zehn Industrien der teuerste oder fast teuerste Standort der Welt — bei Halbleitern, Polyethylen, Stahl, Pharma.
▪ Kostennachteil zu den Besten: 50 bis 300 Prozent.
▪ Industriestrompreis: 190 $/MWh. Norwegen 40, Spanien 115, USA im Schnitt 80 US-Dollar.
▪ Bauzeit für Fabriken: 200 Tage Genehmigung. USA 60, China 40, Indien 30.
▪ Netto-Investitionen: 0,2 Prozent des BIP. Frankreich, Italien, Spanien über 2, Dänemark und Schweden 5–6, Polen und Rumänien 6–8, USA 4.
Auto-Krise kein Unfall, sondern herbeireguliert - interessante Ausführungen von Prof. Thomas Koch, Leiter des Instituts für Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in diesem Interview.
Einige Punkte:
- Die Lage der Autoindustrie sei dramatisch.
- Das Verbrenner-Aus sei faktisches Berufsverbot für eine Kern-Industrie.
- Koch bestreitet, dass die Regulierung wirklich auf CO₂-Minderung zielt.
- Die Industrie habe sich auch selbst in die Sackgasse manövriert. Besonders VW und Mercedes hätten sich zu früh und zu stark auf „Electric only“ festgelegt.
- China sei nicht „Electric only“, sondern strategisch viel breiter aufgestellt.
- Elektroautos bedeuteten nicht automatisch deutsche Wertschöpfung. Selbst wenn Elektroautos in Europa gebaut würden, flössen laut Koch erhebliche Wertschöpfungsanteile nach China.
- Die Gewerkschaften hätten zu lange den falschen Kurs mitgetragen.
- Erst jetzt, da Werke geschlossen und Menschen entlassen würden, wachse die Einsicht, dass der Elektro-Only-Kurs ein Fehler gewesen sein könnte.
- NGOs, Thinktanks und Teile der Wissenschaft hätten aus seiner Sicht eine übermächtige Einheitsmeinung erzeugt.
- Sein Lösungsvorschlag: Die Industrie müsse sich breiter aufstellen. Elektroautos dort, wo sie sinnvoll seien, zugleich aber Verbrenner, Hybride und CO₂-arme Kraftstoffe weiterentwickeln. Dafür brauche es klare politische Signale.
- Die EU-Regulierung müsse schnell geändert werden. Koch fordert eine ehrliche, CO₂-orientierte Gesetzgebung statt technologischer Vorgaben.
Das Gespräch bei Apollo-News:
https://t.co/bVrYOqoQeA
Warum die Klimapolitik der EU an die DDR erinnert, hat Prof. Koch auch jüngst auf meinem Blog erläutert:
https://t.co/QThYZcGwpN
Sorry, aber diese These ist stark unterbelichtet.
China ist Champion bei grünen Technologien, baut zugleich die Kernkraft massiv aus und verbrennt weiter jede Menge Kohle (55% des weltweiten Verbrauchs), um seinen Energiehunger zu stillen und seine Exportoffensive mit niedrigen Energiepreisen zu stützen. Wachstum first, Klimaschutz unter ferner liefen. So ziemlich das Gegenteil zur Energiewende made in Germany.
Von anderen kleinen Unterschieden wie Genehmigungs- und Bauzeiten für Kraftwerke und Stromnetze, Abwesenheit von Bürgerbeteiligung und dem gezielten Aufbau von Weltmarktdominanz in Schlüsselbranchen mal abgesehen.
By the way: China war der größte Profiteur des deutschen EEG.
@faznet Ich habe den Nuhr-Auftritt oder die Nuhr-Sendung nicht gesehen. Aber er widerspricht der Behauptung, er habe Femizide relativiert. Ich erwarte - gerade auch als FAZ-Abonnent - eine genaue Nachprüfung durch Sie und ggf. Richtigstellung und dann auch Entschuldigung bei Nuhr.
Wenn jemand durch freiwillige Geschäfte Billionär wird, nennt die deutsche Linke das Ausbeutung. Wenn der Staat Milliarden per Zwang eintreibt, nennen sie das Solidarität. (jb)
#FDP
"Da Journalisten oft eine andere Weltanschauung haben und auch andere Kontakte als die übrige Bevölkerung, kommt es nicht selten zu Verzerrungen, wenn von gesellschaftlichen Trends berichtet wird, oft auch zu ungewollten Verzerrungen...
Die Menschen, die in der Medienwelt tonangebend arbeiten, sind eine Minderheit, aber eine artikulationsstarke und selbstbewusste Minderheit. Das ist in den führenden Medien so, aber auch in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten und im Kulturbetrieb.
Viele Politiker passen sich dem an, weil sie mehr Angst vor den Journalisten haben als vor ihren Wählern. Die genannten Milieus pflegen untereinander Kontakt, bestätigen sich gegenseitig und merken nicht, dass sie von Dreivierteln der Bevölkerung nicht mehr verstanden werden. Sie könnten eigentlich auch wieder Latein sprechen, wie einst..."
Sehr interessantes Interview mit Demoskop Thomas Petersen von Michael Miersch: https://t.co/xT7LSFakH1
Because of climate policies, EU can’t produce enough reliable power
Solution? Tell households to cut electricity use when they want it most
To make room for AI data centers and industry
https://t.co/C8liiIpKFn
Das Problem der FDP sind Leute, die es vor allem denjenigen recht machen wollen, die nie im Leben FDP wählen würden. Die Helden dieses Flügels sind Parteitagsriesen wie Konstantin Kuhle, die nicht nur nach Awareness-Team aussehen, sondern auch so sprechen. https://t.co/F0a2ev3K2i
Mehr muss man nicht wissen. Die Verschwendung von Steuergeld und der Missbrauch von Sozialleistungen gehört nicht bestraft - wohl aber der Diener des Staates (also der Bürger), der die Missstände anspricht.
Sehr interessant! Unbedingt anhören: Raffelhüschen spricht Tacheles. Die Lösung des Rentenproblems war mit der Agenda 2010 bereits gefunden – und wurde danach dann von einer Kette von SPD-Ministern zerstört. Die Suppe dürfen die Jungen heute auslöffeln.
.@BerbnerThomas mit dem bester @tagesthemen Kommentar seit langem: Eine Abrechnung mit der hinterhältigen Kandidatur von @MAStrackZi, aber auch eine Abrechnung mit dem Versagen von Union, SPD und Grünen und ein Appell an die FDP, jetzt keinen Richtungsstreit zu führen, sondern sich um die wirklichen Probleme des Landes zu kümmern: „Viele Menschen sehnen sich nach einer Stimme der Vernunft in der Mitte unserer Gesellschaft, eine Stimme, die klarmacht, dass es in unserem Land eine Rückkehr braucht zu den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft.“
Lieber Herr Stöcker,
Da Sie die Antworten eingeschränkt haben, auf diesem Weg: Sie arbeiten sich in Ihrem Stück breit an meiner Kolumne ab - wenn Sie auch leider nur den Teaser zitieren, keinen einzigen Satz, der original von mir stammt (Was in mir den schrecklichen Verdacht aufkeimen lässt: Haben Sie am Ende gar kein WELT-Plus-Abo?).
Zu Ihrer Argumentation: Klar, man kann mit einem angeblichen Präventionsparadox so ziemlich jede Intervention ex post gegen Kritik immunisieren. Auch in der Coronazeit wurde so ja so manche Unmenschlichkeit oder Unverhältnismäßigkeit rechtfertigt (dummerweise gab es da nur Kontrollgruppen).
Der Punkt ist aber: Das RCP8.5-Szenario war nie als realistischer Pfad gedacht, sondern als Extrem- bzw. Stressszenario, um Folgen besonders gut abbilden zu können.
Im politischen Diskurs, gerade in Deutschland, war es in der öffentlichen Debatte aber das dominierende Szenario. Sie wissen selbst, dass eine Studie aus dem Wirtschaftsministerium unter Habeck, die ein riesiges Medienecho hatte, dieses Szenario als realistisch betrachtet und daraus dramatische Zahlen abgeleitet hat.
Den Modellierern von RCP 8.5 ist also gar kein Vorwurf zu machen. Wohl aber großen Teilen der Klimabewegung in Deutschland, die dieses nie realistische Szenario instrumentalisierten, um möglichst katastrophale Bilder zu zeichnen. Denn wer traut sich angesichts der Apokalypse schon, Abwägung einzufordern.
Genau dazu sollten wir aber zurückkehren: Zu einer rationalen Abwägung. Die Kosten, Nutzen und Eintrittswahrscheinlichkeiten berücksichtigt. Für Klimaschutz, für Freiheit und für Wohlstand. Damit lässt sich zwar nicht ganz so schmissig nach dem Motto „Not kennt kein Gebot“ durchregieren. Aber so geht man in einem freiheitlichen Rechtsstaat mit solchen Themen um.
Wer #NIUS „radikal“ nennt, sollte besser nicht die „Hetzbude“ des Wallstreet Journal lesen.
„Der langsame Industrie-Selbstmord Deutschlands - die Klima-Linke erreicht ihr Ziel einer Deindustrialisierung“
"Auf der Berliner Tagung beschrieb Carl Berglöff vom schwedischen Ministerium für Klima und Unternehmertum den Sinneswandel in Stockholm als das Ergebnis einer simplen Rechnung:
„Wir erwarten unter anderem wegen der Datenzentren eine Verdopplung des Strombedarfs“, führte der Beamte aus. Da man zugleich aus Gründen des Klimaschutzes und der geopolitischen Unabhängigkeit von Kohle und Gas unabhängiger werden wolle, habe es praktisch keine Alternative zur Atomkraft gegeben.
Ähnlich die Lage in Finnland: „Im finnischen Parlament gibt es derzeit keine Partei mehr, die einen Atomausstieg befürwortet“, berichtet der finnische Abgeordnete der Grünen, Atte Harjanne auf dem Berliner Nuklear-Kongress.
Die Diskussion um energiewirtschaftliche Notwendigkeiten verlaufe in Finnland „sehr stark auf Basis wissenschaftlicher Argumente“, berichtet der Harjanne: In der Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern der Kernkraft achte man darauf, dass man die jeweils andere Seite nicht dämonisiere.
Gefragt, ob er nicht helfen könne, die deutschen Grünen von der Atomkraft zu überzeugen, lachte der finnische Grünen-Vertreter nur kurz auf: „Wenn die deutschen Grünen so weitermachen wie bisher, haben sie irgendwann ein Problem mit dem Klimaschutz.“
Finnland betreibt fünf Atomkraftwerke und ist das erste Land, das bereits über ein funktionsfähiges Endlager für hochradioaktive Abfälle verfügt..."
https://t.co/xesbzbHePF
Wählermissachtung, das kannten wir. Diese Regierung ist weiter: Sie verachtet die Wähler. Der Finanzminister wurde gefragt, wer alles Staatsgeld bekommt, weil er sich angeblich für die Demokratie einsetzt. Dazu könne man von ihm keine Auskunft erwarten. https://t.co/p8i5WzkWeu
Der ehemalige EnBW-Manager @UlrichGraeber im Gespräch mit @thinkBTO räumt reihenweise Legenden der Atomgegner ab & liefert auch einige Überraschungen, zB seine zutreffende Analyse, dass der Eso-Wahn vom „soft energy path“ der Grünen nur deswegen in der 🇩🇪 Ingenieursnation➡️