Meine Nachbarin ist 81. Sie wollte Strom, Wasser und Internet anmelden. Sie hat es nicht geschafft.
Der Stromanbieter: nur noch online, mit E-Mail-Adresse. Hat sie nicht.
Der Wasserversorger: ein QR-Code auf dem Brief. Sie hat ihn ans Fenster gehalten – sie dachte, er muss ins Licht.
Der Internetanbieter: 40 Minuten Warteschleife, dann die Ansage, es doch bitte übers Kundenportal zu machen.
Ich hab drei Abende gebraucht. Sie saß daneben und hat sich zehnmal entschuldigt. Für Dinge, die nicht ihre Schuld waren.
Sie hat keine Familie mehr. Kein Enkel, der mal eben vorbeikommt.
Ohne einen Nachbarn, der zufällig Zeit hat, hätte sie diese Verträge nicht abschließen können. Punkt.
Jahrzehntelang hat sie alles selbst geregelt. Heute scheitert sie an einem Muster auf Papier.
Wann haben wir eigentlich entschieden, dass Grundversorgung nur noch für die gilt, die ein Smartphone bedienen können?