@billideckert@MartinSellner_@totalreporter Ja und? Dann kriegen sie halt keine Rente mehr. Wenn dem Generationenvertrag die Geschäftsgrundlage abhanden kommt, ist das eben so.
Das Interessante an @philipp__amthor ist ja, dass sich hier ein Aufsteiger aus kleinen Verhältnissen in der Ästhetik & im Habitus des Bildungsbürgers an einem Milieu orientiert, das es so gar nicht mehr gibt. Er will ankommen, aber es gibt keinen Ort mehr, wo er ankommen könnte.
@intertah@mr_jenswinter@totalreporter Meine Frage war nicht, was die AfD-Bubble machen soll, sondern was das für das Selbstverständnis einer Nationalmannschaft bedeutet, wenn die halbe Nation sich nicht mehr mit ihr identifizieren mag?
@intertah@mr_jenswinter@totalreporter Die AfD-Bubble wird aber immer größer, kann man jetzt bewerten wie man will. Was wird aus einer Nationalmannschaft, wenn sich irgendwann vielleicht die Hälfte oder mehr der Bevölkerung nicht mehr mit ihr identifizieren kann oder will?
@intertah@mr_jenswinter@totalreporter Sagen wir mal, eine sehr große Menge der Deutschen hat dieses diffuse Gefühl, dass sie sich nicht mehr mit dieser Mannschaft identifizieren können. Und da das Gefühl nicht rational ist, wird es bleiben. Wie geht man dann damit um?
@EinenPunktNoch@JuliusBetschka Es geht halt um Identifikation, um Nation im eigentlichen Sinne. Und in diesem Kader erkennt sich die (noch immer) Mehrheit der deutschen Staatsbürger ab einem gewissen Lebensalter halt nicht mehr wieder. Es ist ein ganz menschliches Gefühl, und es ist erst mal okay.
Ich hab mal 10 Jahre in den USA gelebt. Im Oktober 2001 war ich beim Footbowl-Spiel Oklahoma gegen Texas (14:3). Zu Beginn des Spiels wurde die Nationalhymne gesungen - ich sang sie mit und es fühlte sich nicht richtig an.
Dürfte gestern Abend 9 Spielern im deutschen Team genauso gegangen sein.
Eine Hymne zu singen und eine Hymne zu fühlen - dass kann Dir kein Paß der Welt vermitteln.
Ich persönlich brauche keinen Spieler, wie Ronaldo oder Messi in einer deutschen Nationalmannschaft. Ich will jemand, wie Andy Brehme, Rudi Völler, Effenberg oder Klaus Augenthaler.
Ich möchte eine Mannschaft, in guten wie auch in schlechten Zeiten. Ich habe kein Problem damit, wenn ein deutsches Team verliert aber ich habe ein Problem damit, wenn dort ein Team verliert, dessen Namen ich nicht aussprechen kann.
Nennt mich altmodisch, aber es ist mir nicht möglich mich mit solch einem Team zu identifizieren.
Es fühlt sich falsch an, weil es falsch ist.
Die Mitarbeiter des Adenauer-Hauses sind Langweiler, die langweilige Jobs machen. Sie hoffen auf eine Karriere in der CDU, in der es keine großen Veränderungen oder Aufregungen gibt. Die allermeisten wollen mit ihren Pullovern und Seidenschals nur möglichst unauffällig durch den Alltag kommen und hoffen, dass ihre Mittelmäßigkeit nicht zum Problem wird.
Am helllichten Tag, auf Kommando, in diesen Outfits, ohne Alkohol, in einer gläsernen Eingangshalle zu „tanzen“ und Spaß zu simulieren und das dann noch von einem Kamerateam filmen zu lassen, muss in die Hose gehen. Es ist, wie alle Szenen im Film „Inside CDU“ nicht authentisch. Es ist Arbeitszeit und nicht Tanzzeit. Und beim aktuellen Zustand der Union ist die Zeit des Tanzens in weite Ferne gerückt.
Am Wochenende besuchte mich eine Freundin aus sehr, sehr alten Zeiten. Wir waren damals kurz ineinander verliebt. Trotzdem graute mir vor diesem Wiedersehen, denn inzwischen verkörpert sie vieles von dem, was wir hier thematisieren: ehemalige Soziologiestudentin, Problempony, Piercings, Sozialarbeiterin, betreut in ihrer Region Menschen aus dem Roma-Milieu bei Behördengängen und in Fragen von Sozialleistungen usw. Das volle Programm! Und trotzdem konnten wir reden. Sehr gut sogar...
Trotz all dieser typischen Attribute ist sie nicht aktivistisch unterwegs. Sie äußerte sich sogar ausgesprochen positiv zu meinen gesellschaftskritischen Analysen von rechts. Das habe ihr die Augen geöffnet, meinte sie... obwohl ich überhaupt nicht vorhatte zu missionieren – insbesondere nach so vielen Jahren!
Diese Dynamik zog sich über drei Tage hin. Sehr intensiv. Es machte irgendwie Hoffnung, festzustellen, dass sehr unterschiedliche Milieus offenbar doch noch miteinander kommunizieren können. Wir waren genau das Pärchen vom Spiegel-Cover... aber gut drauf! Vielleicht spielte dabei auch das emotionale Gedächtnis eine Rolle.
Sie zeigte mir Bilder aus ihrem Milieu: Techno-Festival, Messy-Camper im Urlaub, den Mann auf Bürgergeld mit Psycho-Problemen, und und und. Ich musste meine "Skepsis" verbergen. Aus Respekt. Es war schon ziemlich schräg.
Und aus demselben Respekt schenkte ich ihr Aufmerksamkeit und ehrliches Interesse, als sie mir von ihrer Sozialarbeit und dieser besonderen Klientel erzählte. Das war gewissermaßen der Kompromiss dafür, dass sie sich mir öffnete und z.B. einräumte, dass auch sie sich dieses feministische Gequatsche über das Patriarchat nicht mehr anhören könne. Und dass sie Verständnis dafür zeigte, dass mir das Zuviel an fremden Ethnien auf den Wecker geht. Zu meiner großen Verwunderung war sie in keinem Moment irritiert. Mit ihrem Problempony hörte sie mir dabei erstaunlich verständnisvoll zu. Wir waren uns gegenseitig so wohlgesonnen. Nach fast 25 Jahren!
Sowas gibt's noch.
So. Schluss mit Sentimentalismus. Es war einfach so untypisch für unsere Zeit. Es hat einfach gut getan.
@Hoffmann_MdB Seit Anfang März keine aktuelle Umfrage in Bayern zur Landtagswahl mehr. Es wird ein solches Beben geben, wenn ihr unter 30 Prozent fallt. Ihr checkt noch gar nicht in eurer ganzen Kloster Banz-Bräsigkeit, dass es eine Trendwende gegeben habt, die ihr nicht mehr stoppen könnt.