Man spricht viel von Aufklärung, und wünscht mehr Licht. Mein Gott, was hilft aber alles Licht, wenn die Leute entweder keine Augen haben, oder die, die sie haben, vorsätzlich verschließen?
(G. C. Lichtenberg, Sudelbuch L 472, 1796)
In den Medien, seit gestern, überall: "Woher kamen die Stimmen für die AfD-Kandidaten?" Parteien stellen Parteien vor Klärungsultimaten, Social Media voll damit. Demos gegen das Ergebnis einer demokratischen Wahl.
Ich helfe, als erklärter Nichtbefürworter der AfD: Bis zur Erklärung derjenigen, die für die AfD gestimmt haben, bleibt alles Mutmaßung. Und das zurecht. Es war nämlich – Achtung! – eine geheime Wahl.
Was mich richtig ärgert: Diese müßige, unerquickliche, die Vertraulichkeit der Wahl in Frage stellende, langweilige Debatte hält die Beteiligten Stunde um Stunde davon ab, an der Zukunft zu arbeiten. Das können sie von mir aus alle in ihrer Freizeit machen.
Es geht um unser Land. Wir haben richtig große Baustellen, nicht nur buchstäblich, auch im übertragenen Sinne. Jede Stunde, die mit der Vergangenheit verbracht wird, ist unwiederbringlich verloren. Nebenbei werden Politiker nicht für die Erklärung der Vergangenheit, sondern für die Gestaltung der Zukunft bezahlt. Macht Euren Job!
Und an die Medien: Sucht Euch doch mal Themen, die nach vorne blicken, es ist nämlich bei nicht wenigen ein Punkt erreicht, an dem man sich fragt, warum man überhaupt noch Zeitung lesen soll. Fordert die Politik heraus, lasst Substanz erscheinen. Herauszufinden, wer wen bei einer geheimen Wahl wann und warum gewählt hat, ist von geringem Belang.
Guten Morgen! ☕️
The 7 stages of Western "concern"
1 This is concerning
2 This is increasingly concerning
3 We are now deeply concerned
4 We are now gravely concerned
5 There will be consequences
6 We standing in solidarity
7 It is important not to escalate the situation
Wieder ein Tag, an dem Unionlern klar werden sollte, dass SPD, Grüne und das Gros der Journalisten uns nur als Fußabtreter für ihre Scheinheiligkeit und Verfehlungen nutzen.
Aber ihr wollt es ihnen trotzdem recht machen. Sowas kommt von sowas.
@insm@AxelFlasbarth@robinalexander_ Warum kann der vielzitierte Dachdecker nicht bis 67 (oder 70) arbeiten? In der Ausbildung? Entwicklung? Kundenbetreuung? Oder was ganz anderes? Baletttänzer gehen auch nicht mit 35 in Rente.
Friedrich Merz wird jetzt also von rechtsaußen und linksaußen dafür kritisiert, dass er in der schwersten Zeit der Ukrainer nach Kyiv reist und seine Solidarität zeigt, weitere Hilfe ankündigt und Putin klarmacht, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Was genau wünschen sich die Kritiker der Ukraine-Hilfe genau? Dass Putin den Krieg gewinnt und dann Millionen Flüchtlinge auch Richtung Deutschland strömen? Dass ein militärisch gestärktes Russland nach einem Sieg weitere Länder angreift? Dass Diktatur über Demokratie siegt? Ich finde: Merz hat recht, dass er genau jetzt in der Ukraine ist!
Lächerlich! Ihre eigene Partei hat sich noch 1989 ausdrücklich gegen die deutsche Einheit ausgesprochen:
"Wir Grünen wollen keine Wiedervereinigung."
Bundestagsabgeordneter Gerald Häfner am 15. Juni 1989.
https://t.co/a3lGhYfecY
(Seite 11057)
"Vergessen wir die Wiedervereinigung! Warum halten wir nicht für die nächsten 20 Jahre die Schnauze darüber?"
Joschka Fischer am 20. September 1989 im Hessischen Landtag.
https://t.co/yffuuUOvXt
(Seite 3774)
"Die Grünen lehnen jede Wiedervereinigungspolitik ab. Sie betonen die Eigenstaatlichkeit der DDR. (...) Auf diese Aussagen zur Frage deutsch -deutscher Beziehungen hat sich die Bundestagsfraktion der Partei nach einer zweitätigen Klausursitzung mit großer Mehrheit geeinigt."
https://t.co/z2VtzvtbOW
Ich merke, wie es sich ausgetwittert hat.
Bis zur Wahl letztes Jahr war ich wirklich stolz auf die Union und Friedrich Merz. Auf das Grundsatzprogramm und die konservative Gelassenheit, mit der wir uns zurückgekämpft haben.
Die Scham von 2021, wo man als Christdemokrat von Freunden und Bekannten nur noch mitleidig beäugt wurde, war überwunden.
Jeder wusste, was zu tun war. Nur keiner war bereit, mit der notwendigen Härte zu verhandeln. Scholz hatte in dem Punkt Recht: Wir hatten Angst vor der eigenen Courage.
Und dann diese Koalition. Mit dieser SPD. Mit einem so radikalen und schnellen Bruch unserer Positionen habe ich nicht gerechnet. Ohne Not. Ohne Reformversprechen.
Ein paar Wochen noch habe ich die Rechtfertigung gesucht, aber mehr aus Loyalität und weniger aus Überzeugung.
Seitdem regiert in Berlin das Chaos, die Unvernunft und die Angst. Jede Warnung vor der SPD als Totengräber der Union oder vor den RRG-Ambitionen wurde belächelt oder abgetan.
Und jetzt ist es soweit. RRG formt sich. Und für die Minderheitsregierung benötigt es eine so kluge und durchdachte Strategie, dass einem die Fantasie fehlt, wer in dieser Partei die Kraft und intellektuelle Fähigkeit dafür aufbringen kann.
Im Grunde hat der gesunde Menschenverstand, mit dem die Union zurückkam, verloren. Nicht wegen der Wähler, sondern mangels politischer Führung.
Ich spüre, dass mich kaum noch was in der Partei hält. Und während ich kopfschüttelnd nach Thüringen blicke, weiß ich, dass wohl bald irgendeine dumme Entscheidung im Bund der Trigger für meinen Parteiaustritt sein wird.
So. Und jetzt geh ich laufen und höre dabei zum wahrscheinlich ersten Mal keinen Podcast. Denn auch da ist keine Lernkurve zu erkennen. Weder bei Politik noch bei Journalismus.
Ich will das mit der Staatquote mal einmal ganz, ganz einfach erklären und die Brisanz aufzeigen (grob gerundet):
- Unser GDP ist circa 4000 Milliarden groß
- Unsere Staatsausgaben sind jetzt etwa 2100 Milliarden groß ( die aktuell kursierenden 52% vom GDP!)
- Unsere Staatseinnahmen, die zu den höchsten der Welt gehören, liegen auch ungefähr bei 2100 Milliarden (etwas drunter, wir haben ein Defizit…)
—> Leute, deswegen muss man sich doch einfach mal klarmachen, dass unsere Ausgabenseite das Problem ist. Nicht die Einnahmenseite (die wird allerdings auch bald Thema werden). Und wenn wir da nicht rangehen, werden wir unsere Probleme einfach nur vergrößern. Wer etwas anderes behauptet, lügt und trägt dazu bei, dass wir in der Schockstarre verharren und weiter absteigen.
Vor der Abschaffung des demokratischen Rechtsstaats durch AfD-Regierungen zu warnen und gleichzeitig euphorisch die Errichtung einer RAF-Hamas-Clanmafia-Regierung zu begrüßen ist Ausdruck maximaler Glaubwürdigkeit
Nur weil etwas gleich oder ähnlich heißt, ist es nicht dasselbe #rotehilfe. Nur weil etwas anders heißt, ist es nicht unbedingt etwas anderes #sed@dieLinke.