Wahnsinn. Der Chef des berüchtigten Remmo-Clans, Issa Remmo (seit Jahrzehnten im Visier der Justiz), feiert laut @morgenpost mit der Linkspartei in Neukölln den Wahlsieg. Er fühle sich von der Partei unterstützt, soll Remmo gesagt haben.
⏸️ NAZA zeigt, dass es keinen Völkermord gibt
Ich habe das dringende Bedürfnis, mich doch noch einmal zu dem nun ausgezeichneten Film NAZA zu äußern. Nachdem ich viele Reaktionen dazu auf Social Media gelesen habe. Von beiden Seiten.
Natürlich kann man nun hingehen und jede einzelne Aussage der interviewten Soldaten sezieren. Oder noch weiter den Hintergrund der beiden Regisseure beleuchten. Das habe ich ja auch. Es bringt aber wenig. Es bleibt eine pure Feststellung, keine Widerrede.
Denn ich habe den Eindruck, hier schreien sich zwei Lager gegenseitig an, ohne überhaupt zu verstehen, was der andere sagt.
Ich möchte weder beschwichtigen noch eine Brücke bilden. Nur eine Perspektive anbieten. Um zu erklären, wie die Propaganda funktioniert. Der immer mehr Menschen nachlaufen.
Haben die IDF im Gazastreifen auch Zivilisten getötet?
Aber selbstverständlich.
Ist das System der KI-gestützten Identifizierung „eiskalt“? Ja, unbestreitbar.
Werden Palästinenser entmenschlicht? Natürlich werden sie das.
Und so stehen sie da, von Krieg keine Ahnung, und applaudieren dem Film, der all das vorgibt aufzudecken. Und jeder Soldat denkt sich. „Was soll das?“
Weil genau das nämlich in jedem Krieg so ist.
Der Titel des Films NAZA bedeutet übersetzt „Kollateralschaden“. Und genau so bezeichnet auch die Bundeswehr zivile, unbeabsichtigte Tote. Auch die Briten, die US-Amerikaner, die Australier, die Kanadier. Dommages collatéraux auf Französisch, daños colaterales auf Spanisch.
Wäre die Tötung von Zivilisten das eigentliche Ziel, wären es keine Kollateralschäden.
Das Kriegsrecht, das Kriegsvölkerrecht, verbietet nicht Zivilisten zu töten. Es verbietet, Zivilisten als Ziel zu definieren. Und es untersagt ein Missverhältnis zwischen zivilen Schäden und militärischem Nutzen.
Ich hatte das Beispiel gebracht, dass auch ein Kombattant, der im Zimmer neben seinen Kindern schläft, ein legitimes Ziel bleibt. Und dass es seine moralische Pflicht wäre, nicht neben seinen Kindern zu schlafen. …wütende Reaktionen, ich würde vereinfachen.
Ja, dazwischen steht die Abwägung. Der militärische Zweck muss mögliche Kollateralschäden aufwiegen. Das ist aber auch schon alles. Und das wird übrigens auch nicht von einer KI geprüft, sondern ist die Entscheidung eines Verantwortlichen.
Ein Kriegsverbrechen wäre es beispielsweise dann, wenn der Kombattant gar nicht neben seinen Kindern schläft. Sondern seine Familie das eigentliche Ziel ist. Und das auch nur dann, wenn es dem Entscheider bekannt und bewusst ist.
Das findet aber in dem Weltbild vieler Pseudopazifisten gar nicht statt. Und genau das ist es, worauf die pro-palästinensische Propaganda baut.
Die Option, die Alternativen, sind das Ziel zu töten oder das Ziel zu töten und Kollateralschäden möglichst gering zu halten. Die Alternative, das Ziel nicht zu töten, existiert nicht.
Und genau das ist der Grund, warum mir in den vergangenen fast drei Jahren nie jemand dieser Leute beantworten konnte, wie Israel die Hamas und Hisbollah sonst bekämpfen soll. Weil es sie entweder nicht interessiert, oder weil sie sogar wollen, dass es verunmöglicht wird.
Genau das ist der Grund, warum der palästinensische Kombattant neben seinen Kindern schläft.
Ebenso, wie mir nie einer wenigstens drei konkrete und eindeutige Kriegsverbrechen im Gazastreifen nennen konnte. Weil sie die tatsächliche Definition gar nicht kennen und es sie auch nicht interessiert. Für sie ist es häufig schon ein Verbrechen, dass die IDF überhaupt die Hamas und den immer wieder ignorierten Dschihad (PIJ) bekämpft und sich selbst verteidigt.
Und so werden aus Kollateralschäden „gezielte Tötungen von Zivilisten“. So werden aus vielen Toten eine „Massentötung von Zivilisten“, obwohl nicht einmal die Hamas die genauen Zahlen hat oder benennt. So wird aus jedem getöteten Zivilisten ein „Kriegsverbrechen“. Und so wird daraus ein Völkermord.
Und wehe dem, der dem öffentlich widerspricht.
Deshalb klatschen sie, die Applaudierenden in ihren Smokings und kleinen Schwarzen. Weil sie Krieg nicht verstehen. Weil sie das alles ganz furchtbar finden. Während der Soldat immer noch da sitzt und sich fragt: „Und was hat der Film jetzt eigentlich enthüllt?“
Ich würde wetten, wenn ich den Film gesehen habe, wird er mir nichts verraten haben, was ich nicht schon wusste. Er wird nur versuchen mich glauben zu machen, es sei eine Enthüllung und ein Skandal.
Wenn zehn Kinder einen Schokoriegel essen und man beschuldigt nur das jüdische Kind ihn gestohlen zu haben, ist das eben doch ziemlich antisemitisch.
Man kann gerne etwas dagegen haben, dass Kinder Schokoriegel klauen. Dann muss man aber prüfen, ob sie die Schokoriegel überhaupt gestohlen haben. Und wenn dem so ist, müsste man sie alle beschuldigen. Nicht nur den Juden.
Und so beweist der Film NAZA eigentlich, dass es keinen Völkermord gibt. In der Verblendung der Macher und Applaudierenden wird das aber gar nicht verstanden.
Denn würde die IDF tatsächlich einen Völkermord begehen wollen, warum sollten sie dann vorher mögliche Kollateralschäden einschätzen und abwägen? Etwas, was ja kaum jemand mitbekommt; im Gegensatz zu Hilfslieferungen, Anschluss ans Wassersystem und Impfungen. Warum sollten sie eine kleine Rakete oder eine Laser-gelenkte kleine Bombe in das Ziel setzen, anstatt einfach den Häuserblock mit einem 4000-Pfünder platt zu machen?
Es wird mit zweierlei Maß gemessen.
Nicht nur, dass unkommentiert bleibt, was bei allen anderen Streitkräften nicht nur selbstverständlich ist. Sondern wo die IDF gerade sogar einen bisher nie dagewesenen Standard definieren.
Sondern auch, weil immer wieder das jüdische Kind beschuldigt wird, obwohl die anderen Kinder weit schlimmeres tun. Und sicher nicht abwägen. Sondern das Gegenteil wollen.
So lange man diese Logik hinter der Propaganda nicht erkennt, versteht, adressiert und widerspricht, so lange wird es weiter nur ein gegenseitiges Anschreien bleiben.
Das einzige, das die Palästinenser haben, ist die emotionale Argumentation. Es sind die Lügen und Verzerrungen. In dem Moment, in dem man durch die tränennassen Augen wieder etwas sehen kann, wird alles sehr deutlich.
⏸️ NAZA: Die Verfilmung eines Symptoms
Die Timeline ist voll von NAZA. Einem Dokumentarfilm, der auf den Filmfestspielen in Venedig den Rekord für die längste Standing Ovation gebrochen hat.
Der Rest ist Legende. Denn kaum jemand außerhalb des Saals dürfte den Film überhaupt gesehen haben. Einige ausgesuchte Film-Journalisten vielleicht noch, die es aus terminlichen Gründen nicht zu der brancheninternen Selbstbeweihräucherung geschafft haben.
Ich habe ihn auch nicht gesehen. Aufgrund der Berichte habe ich aber eine recht gute Vorstellung, was da gerade passiert und in den nächsten Wochen passieren wird.
Die Macher des Films, der ausgerechnet vom britischen Guardian mitfinanziert wurde, interviewen 24 Soldaten und „Intelligence Officers“ zur Vorgehensweise der IDF im Gazastreifen. Der Titel NAZA ist das israelische Kürzel für zu erwartende zivile Kollateralschäden.
Das Problem, das ich grundsätzlich damit habe, ist die nicht vorhandene Einordnung. Die implizit dazu aufruft, die IDF und gleich ganz Israel auf die moralische Anklagebank zu setzen. Für etwas, das in allen Kriegen weltweit völlig normal ist.
Versteckt ein Kombattant sich in einem zivilen Haus, oder schläft er auch nur nachts im Raum neben seinen Kindern, bleibt er ein potentielles und legitimes Ziel. So sieht es das Kriegsrecht vor. Und was Kriegsrecht legitimiert, wird getan werden. Denn der Krieg hat eine andere Moral als eine zivile Gesellschaft in Friedenszeiten. Es wäre die Aufgabe des Kombattanten, seine Kinder zu schützen und nicht im Raum neben ihnen zu schlafen.
Man kann das gerne auf die Anklagebank setzen. Dann aber nicht die IDF oder Israel alleine. Dann muss man sich auch mit der Frage befassen, ob die Ukraine sich vergewissert, wie viele zivile Mitarbeiter sich in einer Raffinerie befinden, in die sie eine Drohne lenkt. Oder fragen, ob die Bundeswehr prüfen würde, ob ein zu bekämpfender Raketenwerfer der Huthi neben einem Kindergarten in Stellung gegangen ist. Ich unterstelle, diese Fragen werden in unserer friedensverwahrlosten Gesellschaft verdrängt, da sie viele Menschen aus ihrem sicheren und wohlig warm gefurzten Fernsehsessel treiben würde.
Und genau das ist der Grund, warum ich mir den Film nicht ansehen muss, um zu verstehen, dass exakt das dort betrieben wird. Die moralische Anklagebank wird gepolstert, indem man seine Werte der Zivilgesellschaft, seiner pseudopazifistischen Weltanschauung und seines in den meisten Fällen nach links übersteuerten Gesellschaftsbildes anlegt. Fernab der Realität aller Kriege.
Aller.
Ganz zu schweigen davon, dass darüber ignoriert wird, was die Palästinenser getan haben und tun.
Würden die IDF die gleichen Mittel wie die Palästinenser anwenden, gäbe es keinen Gazastreifen mehr. Sie würden Zivilisten entführen, foltern und in Kellern gefangen halten, um sie gegen israelische Geiseln auszutauschen. Sie würden Selbstmordanschläge verüben. Sie würden ohne genau zu zielen tausende billige Raketen in den Gazastreifen feuern. Sie würden ihre Uniformen in den Schrank hängen, ihre Waffen verdecken und vergraben und den Gazastreifen mit Sprengfallen überziehen. Sie würden ihre Kinder dazu erziehen, auf Palästinenser einzustechen, weil sie im Falle einer Gefangennahme oder Tötung eine Rente bekommen.
Und die palästinensische Propaganda ist emsig bemüht, die Welt glauben zu machen, dass die IDF ja genau das tut. Obwohl selbst das ja nur ein Vergelten mit gleichen Mitteln wäre.
Jeder muss mit der Frage sich selbst überlassen bleiben, was wohl passieren würde, wenn die Palästinenser auch nur eine Atombombe hätten.
Wofür dieser Film ein Symptom ist, ist viel gefährlicher.
Er lädt nicht nur dazu ein, mit zweierlei Maß zu messen. Er lädt dazu ein, unsere Werte und unsere Moral auf den Prüfstand zu stellen. Weil diese sich in einem langen Frieden und einer Entrückung von den Realitäten des Krieges von dem entfernt hat, was auf dieser Welt getan wird. Getan durch Menschen, die selbst unser Mindestmaß an Moral im Krieg nicht teilen. Die die Menschenrechte, die wir für genau diese Menschen einfordern, völlig offen ablehnen. Die sie für sich in Anspruch nehmen.
Die Propaganda weiß das. Sie spürt es. Und sie steigt darauf ein. Das Messen mit zweierlei Maß.
Journalisten, die den Film ebenfalls nicht gesehen haben können, machen aus den oben genannten „Intelligence Officers“ Geheimdienstoffiziere, obwohl die Übersetzung mindestens mangelhaft ist. Sie erzählt wieder und wieder von der zielsuchenden KI, ohne zu erklären, dass dies nur ein Hilfsmittel ist und Menschen die Entscheidungen treffen. Sie nennen pauschal alles Kriegsverbrechen, ohne auch nur einen einzigen Fall nach Recht und Gesetz geprüft zu haben. Sie findet Umschreibungen für die IDF als „Tötungsmaschinerie“, obwohl jede Streitkraft am Ende des Tages ja genau das ist. Und sein soll. Sein muss.
Zivile Kollateralschäden werden zu gezielten Tötungen von Zivilisten. Und zu Terrorismus. Viele Tote werden zum Völkermord. Begriffe werden verzerrt, um Unsagbares sagbar zu machen und die Moral des Krieges, dieses kleine und hart erkämpfte Fünkchen von Moral, zu erodieren. Ohne sich um die unliebsame Schlussfolgerung zu kümmern, was wohl passiert, wenn wir uns selber weiterhin beschneiden. Denn unsere Werte haben seit dem zweiten Weltkrieg immer nur den anderen geschützt. Jenen, der sich selber nicht daran hält.
Das ist kein Aufruf, auf diese Werte zu verzichten. Sondern eine Erinnerung.
Dass Nazi-Deutschland ohne Rücksicht in Grund und Boden gebombt und die Deutschen in die bedingungslose Kapitulation gezwungen wurden, wird selten auf die bereitete moralische Anklagebank gesetzt. Weil die meisten, vor allem die Deutschen, verstanden haben, dass die Deutschen weder in der Lage noch Willens waren, sich aus eigener Kraft aus dem Regime zu befreien. Das ihre Gesellschaft zutiefst durchdrungen hatte. Ob sie nun Mitglieder der NSDAP waren, oder nicht.
Das ist die Vorgehens- und Funktionsweise jedes derartigen Regimes. China, Nordkorea, Afghanistan, Huthi, Hisbollah, Hamas.
Würde man das gleiche Maß an die Palästinenser anlegen, würde man einen karrierebeendenden Shitstorm riskieren. Ohne dass irgendwer realistische Gegenvorschläge hätte.
Mit den gleichen Verdrängungsmechanismen wird die nicht eingelöste moralische Verpflichtung des anderen verdrängt. Es wird zur zu akzeptierenden kulturellen Eigenheit. Was in sich auch eine Art der Entmündigung ist.
Nicht nur die Verzerrung der Moral, sondern diese verzerrte Moral nur auf eine Seite anzulegen, ist die Mode unserer Zeit. Die linksradikalen und muslimischen Apologeten und Agitatoren ergehen sich in der Selbstkasteiung der europäischen oder „weißen“ Kolonialismus, und vergessen gerne, dass Araber, Japaner, Chinesen, Ägypter, Griechen, ja sogar die Inka genau das Gleiche getan haben und zum Teil bis heute tun. Darin besteht die Massenpsychose.
Wenn ich sie da klatschen sehe, in Designer-Outfits in Venedig, so fern der Realität aber sich einredend etwas ganz Wichtiges beizutragen, steigt mir die Magensäure auf. Und der Zorn und die Wut bilden eine immer höher werdende Mauer. In einer Hilflosigkeit, mitansehen zu müssen, wie Werte erodieren und Fakten nicht mehr gegen gefühlte Wahrheiten ankommen.
Dieser Film kann nur ein weiteres Symptom dieses Syndroms sein.
Es gibt keinen Völkermord im Gazastreifen.
Es ist ein Krieg. Ein ganz normaler, ein kleiner sogar.
Ein Krieg. Den die Palästinenser begonnen haben.
Wiedermal.
@DerDonDing@zeitonline Im Libanon und Iran ist jetzt also auch noch Völkermord?
Langsam sollten sie merken, dass die Definition eines Genozids völlig verrutscht sind und nicht jeder Krieg automatisch einen Genozid darstellt.
In Deutschland kann man anscheinend einen jüdischen Studenten ins Krankenhaus verprügeln und ein Video von der Tat auf dem Handy haben, auf dem dieser Student als "Judenhurensohn" bezeichnet wird und das alles ohne antisemitische Motivation.
Solche Urteile sind dann natürlich ein guter Anlass, um die Betroffenen von antisemitischer Gewalt zu diffamieren. Das "jüdischen Stimme für bla bla" ist da immer mit dabei. Udi Raz, einer ihrer Hauptmänner, hat meinen Bruder auf ekelhaftester Art diffamiert, als dieser noch im OP-Saal war. Es ist eine häufige Taktik von Extremisten: man verbreitet Lügen über das Opfer und demonisiert so lange, bis die Gewalt gegen ihn legitim erscheint. Mein Bruder ist kein Aktivist - nur ein jüdischer Student, der in teils gewaltsame Proteste in seiner Uni zwischengeraten war. Er hat sich stets für Frieden und zwei Staaten ausgesprochen - alles gerichtlich dokumentiert.
Stell dir vor, es wäre dein Bruder oder Schwester. Könnte es sogar sein, denn das passiert nicht nur mit antisemitischer Gewalt, sondern auch mit Islamophobie, Homophobie oder Sexismus. Wir MÜSSEN diesen Menschenhass als solchen benennen. Lasst diese Menschen die Grenzen von Empathy und Anstand nicht weiter verwischen.
@Gamma_MG@markusdd5 Ja das geht damit leider einher. Deshalb am besten in einer Form, um die Menschen am besten zu sanktionieren, die sich ein verlängertes Wochenende machen wollen. Also erster Krankheitstag nur 70% Gehalt, danach wieder 100%
ℹ️ Leserinnenfrage: Bombardierung von Beirut
Wollte ein Posting draus machen. Tür und Angel. Es wurde ein Artikel.
Spiegelartikel… 🙄🤬 Ich bin angefressen.
▶️ Ohne Bezahlschranke.
Per Mail an alle Abonnenten.
https://t.co/cM7ty6tY8V
@vonderburchard Kann mir jemand Quellen zu dieser vereinbarten Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah geben? Das mehr ist als ominöse 10- oder 15-Punkte Pläne bei denen Israel und die Hisbollah nicht beteiligt waren?
Venezuela, Iran, Sudan, Kongo, Taiwan, Grönland…
2026 – Das Jahr der Kognitiven Dissonanz
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Liebe Rechte,
Ihr habt ein Problem.
Wenn Ihr Trumps soziopathischen Alleingang in Venezuela zu laut beklatscht, wir Euer Applaus auch in Russland, dem Iran und China gehört werden.
Was nun, wenn China auf die Idee kommt, Taiwan anzugreifen? Oder Russland nach Litauen spaziert? Oder die USA Grönland besetzen, das zu Dänemark gehört, zum europäischen Verteidigungsbündnis und zu Freunden, die uns näher sind, als die USA.
Auch Applaus?
Denn wenn nicht, wäre das ein sehr deutliches Zeichen dafür, dass Ihr ein wenig mit der Idee hadert, das für alle Menschen und Staaten die gleichen Regeln gelten.
Ihr solltet Euch auf Fragen vorbereiten. Denn irgendwie bin ich mir ziemlich sicher, dass irgendetwas davon in diesem Jahr noch kommen wird. Nicht, dass nachher noch jemand überrascht ist.
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Liebe Linke,
Ihr habt ein noch größeres Problem.
„Völker, hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale erkämpft das Menschenrecht.“
Was Ihr durchgehend ignoriert ist, dass das Menschenrecht vor allem in den Ländern umgesetzt wird, die Ihr nicht mögt. Die Eurer Meinung nach gegen das Völkerrecht verstoßen.
Ein Bürger in den USA genießt mehr Menschenrechte, als ein Bürger in Venezuela. Ein Bürger in Israel mehr, als einer in Palästina. Ein Bürger in der Ukraine mehr, als in Russland. Ein Hund in Deutschland genießt mehr Schutz, als eine Frau im Iran.
Ihr habt in einem geschichtsrevisionistischen Fiebertraum aus dem vorletzten Jahrhundert gelebt. Als die Linken tatsächlich noch für Menschenrechte gekämpft haben. (Und übrigens keineswegs pazifistisch unterwegs waren.)
Die Menschenrechte, die wir heute in unserer Wertegemeinschaft haben und die es Euch überhaupt ermöglichen, auf Social Media auf die Regierung zu schimpfen, waren nicht das Ergebnis einer Revolution. Die als Bewegung sicher wichtig war, die aber eine weit längere Vorgeschichte hat. Es ist das Ergebnis von demokratischem Ringen miteinander. In dem inzwischen auch die Rechten Ideen wie Menschenrechten und Gleichheit vor dem Gesetz nicht mehr so ablehnend gegenüberstehen, wie zur Zeit der Haymarket Riots und den Toten nach Straßenschlachten in Wuppertal. Oder als das zitierte Lied geschrieben wurde.
Damit Euer Narrativ aber irgendwie noch Sinn ergibt, verschließt Ihr die Augen.
Ihr verschließt sie vor den zu Tode Gefolterten in Syrien, vor unterdrückten iranischen Frauen, vor durch die Hamas hingerichteten auf den Straßen und Jahrzehnten palästinensischem Terror, vor den nun jubelnden Venezolanern.
Deshalb schweigt Ihr auch, wenn sie sich gegenseitig bekämpfen und dabei Millionen von Menschen massakrieren und vertreiben. Kulturelle Eigenheiten halt.
Eure Empörung scheint weniger darauf zu beruhen, dass Eure träumerische Idee von Völkerrecht durchbrochen wurde. Sondern dass andere nun den Job erledigen, den eigentlich Ihr Euch auf die Fahnen geschrieben hattet. Hauptsache gegen „den Westen“, denn irgendwie ist bei Euch eine Himmelsrichtung zum Erbe des Adels geworden und Demokratie Kolonialismus.
Euer selektives Augenverschließen wird immer offensichtlicher. Mit jedem Posting und jedem Video.
Die Rechten wenigstens ehrlich.
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Thomas Hobbes schrieb schon 1651 in seinem Leviathan
„Verträge ohne das Schwert sind nur Worte.“
Paraphrasiert: „Ein Gesetz ohne Gewalt ist bloß ein Ratschlag.“
Wann immer ich auch nur erwähne, dass das Völkerrecht ein zahnloser Tiger ist, werde ich scharf angegangen. Selbst wenn ich betone, dass ich die Idee ja grundsätzlich gut finde. Dass die Umsetzung aber scheiße ist.
Denn es gibt absolut keine Möglichkeit, es durchzusetzen.
Und das bedeutet, dass nach wie vor das Recht des Stärkeren gilt. Da draußen, in der echten Welt, nicht in unserem friedensverwahrlosten Elfenbeinturm. Der so progressiv ist, dass einige sich neue Geschlechter und Minderheiten einfallen lassen müssen, um noch für irgendetwas kämpfen zu können. Und das bedeutet, wir haben uns selbst seit Jahrzehnten ein Weltbild anerzogen, das nichts mit der Realität zu tun hat.
Unsere Werte der Menschenrechte, der Gleichheit vor dem Gesetz, der Presse- und Religionsfreiheit, haben immer nur für uns gegolten. Wir haben sie nur auf andere übertragen, die sie gar nicht haben wollten. Die auf diese Rechte scheißen, sie aber weidlich dafür genutzt haben, sie für sich einzufordern, damit wir ihre Scheiße durchgehen lassen.
Über die Hälfte der Mitglieder der UN sind keine Demokratien. Mehr noch, 1991 haben sich muslimische Länder zusammengetan, in Kairo der Menschenrechts-Charta widersprochen und einfach eigene Regeln aufgestellt. Und sie sind bis heute noch Teil der UN. Weil dummerweise bei genau denen das schöne Öl verbuddelt wurde.
Sie zeigen uns den Mittelfinger und wir laden sie zu Kaffee und Kuchen. Und lassen sie auf unseren Straßen demonstrieren.
Was Trump und Netanjahu gerade tun, ist uns lediglich aus diesem Zuckerwattewolkentraum zu reißen. Und das ist es, was so viele Menschen umtreibt. Weil unberechtigt selbstverständlich erachtete Grundfesten hinterfragt werden. Und plötzlich sind alle aufgeregt und rennen durcheinander und schreiben und klicken irgendwo drauf. Bekommen es aber nicht auf die Kette, sich zum Wehrdienst zu melden oder sich mit einem vegetarischen Tag in der Kantine abzufinden.
2026 wird das Jahr der Kognitiven Dissonanzen.
Wir wären gut beraten, jetzt – wo es eigentlich eh schon durch ist – mal darüber nachzudenken, ob wir unsere Werte tatsächlich auf jene projizieren sollten, die sie gar nicht wollen. Denn diese Idee ist ja nun so langsam echt gescheitert.
Und das hat gar nichts mit Links und Rechts in dem Sinne zu tun, in dem es heute ständig – ebenso realitätsfern - diskutiert wird. Sondern im Sinne dessen, was nach dem zweiten Weltkrieg eigentlich erreicht werden sollte.
Mir persönlich ist es völlig egal, wenn ein Sinwar sich eine Panzergranate durch den Kopf gehen lässt, ein Haniyya auf fremdem Staatsgebiet fragmentiert wird, ob die Ukraine die Autos von russischen Generälen in Moskau modifiziert oder ob Maduro den Rest seines durchgeknallten Lebens in Guantánamo sitzt.
Ja, es war völkerrechtswidrig. Aber das was Maduro vorher getan hat, war weit verwerflicher. Und diese Werte stehen in meiner persönlichen Beurteilung nun einmal über dem Völkerrecht.
Ouh man, die Weltbilder einiger werden nach dem kommenden Jahr aussehen wie Chan Yunis.
📌I am now officially a “genocide scholar” as a member of the International Association of Genocide Scholars. I will uphold its mission to advance research & teaching on genocide and its prevention. See next link for my viral article exposing false claims of genocide in Gaza. 1/
🔴 Want to know what really happens at Gaza aid sites from someone who spent weeks securing them?
I’ve returned from a third tour in Gaza, and here’s my experience of what really goes on at SDS that is missing from the conversation👇
@schieritz So kann man sich natürlich auch jeder Debatte verschließen. Dass man sich gerade bei der Zeit nicht auch mal hinterfragen sollte, wieso alle Artikel nur noch in eine Richtung gehen und tendenziös Anti-israelisch geschrieben sind, kommt Ihnen nicht in den Sinn?
ℹ️ Leserfragen: Hilfslieferungen vergammeln
Als Selbstversuch sollte jeder vor dem Lesen dieses Beitrags kurz innehalten und sich fragen, welches Bild er im Kopf hat, wenn er an die Versorgungslage im Gazastreifen denkt.
In den vergangenen Tagen hatte ich zweimal nebenbei erwähnt, dass derzeit tausende Tonnen am Grenzübergang Kerem Schalom vergammeln.
Daraufhin bekam ich so viele Fragen in den Kommentaren, PN auf Steady und sogar per Mail, dass ich zumindest mal kurz einige Infos geben will.
▶️ Die COGAT ist die Behörde des Coordinator of Government Activities in the Territories. Das ist eine Behörde, die dem Verteidigungsministerium Israels untersteht. Sie wurde bereits 1967, also nach dem Sechstagekrieg und der Besetzung der West Bank und des Gazastreifens, gegründet.
Sie wird geleitet von den IDF, doch die Mitarbeiter sind zumeist Zivilisten. COGAT ist beispielsweise auch der Ansprechpartner für Archäologen, wenn sie irgendwo Ausgrabungen machen wollen.
Vergleichbar wäre sie vielleicht in Deutschland mit dem Zoll.
COAGT ist auch zuständig für die Hilfsmittellieferungen für den Gazastreifen. Der größte Grenzübergang dafür ist Kerem Schalom, ganz im Süden des Gazastreifens, genau im Eck zwischen Israel, Gazastreifen und Ägypten. (Bild 1)
Die LKW werden kontrolliert und durchgelassen. Im Gazastreifen, auf palästinensischer Seite, werden die LKW entladen und die Lieferungen werden in einem Lager abgestellt. Dort können sie dann von der UN (WFP, UNRWA) oder anderen Hilfsorganisationen abgeholt werden.
Dort gehen auch die Pakete für die GHF durch. Die aber bei den Hilfslieferungen nicht mitgezählt werden. Und die Behörde kommuniziert und koordiniert ständig mit der UN und den Hilfsorganisationen. Ich hatte mal Fotos von einem solchen Meeting veröffentlicht.
Um einer gestrigen Behauptung vorzugreifen: Dort wird nichts mehr aufgehalten.
Hinter der Grenze werden sicher noch einige Mitarbeiter sein. Aber es gibt dort keine Streckenposten oder weitere Kontrollen mehr.
Dort stehen aktuell etwa 20.000 Tonnen Hilfslieferungen zur Abholung bereit.
Wiedermal.
Während des Waffenstillstands wurden dort mehr Hilfslieferungen abgefertigt, als im ganzen Krieg vorher zusammen.
▶️ Um eine Relation zu geben:
Während der Berliner Luftbrücke, als Berlin von den Sowjets 1948/49 abgeriegelt wurde, wurden in knapp einem Jahr 485.000 Tonnen Nahrungsmittel geliefert. Berlin hatte damals ziemlich genau so viele Einwohner, wie der Gazastreifen heute.
Die COAGAT hat bis jetzt über 1,8 Millionen Tonnen Hilfsgüter registriert. Mehr als das Dreifache, allerdings zählen da auch medizinische Hilfen, Wasser und Öl zu.
Da es in Berlin damals keinen Hunger gab, wirft das also Fragen auf.
▶️ Warum man das so genau weiß?
Weil die COGAT das alles veröffentlicht.
Auf der Homepage ist eine kleine Datenbank zu finden (Bild 2), auf der man – mit etwas Verzögerung – genau sehen kann, wie viele LKW pro Tag mit welchen Gütern und wieviel Tonnen durchgelassen wurden.
Der letzte Eintrag ist von vor einer Woche, vom 16.07.25. An dem Tag wurden 2444 Tonnen „Food“ auf 113 LKW durchgelassen. Und exakt 114,76 Tonnen Treibstoff. 20 Tonnen „Shelter Equipment“, also Zelte und Betten und Kocher und sowas, und neun LKW für ein Feldhospital. Am Tag davor waren es 3080 Tonnen Lebensmittel, am Tag davor 4270,13.
Zusätzlich stellt COGAT auch immer wieder kleine Grafiken bereit. (Bild 3)
▶️ Es gibt in Kerem Schalom auch Überwachungskameras, ab 2009 sogar einen Live Feed. Der ist natürlich im Krieg abgeschaltet.
COGAT postet auch viel auf ihrem X-Account, gestern ein Video, ab und an auch mal Fotos der Überwachungskameras. (Bild 4, 15.07.25) Da ist auch nichts getürkt, es ist durch andere Fotos genau einzuordnen und manchmal durch Satellitenbilder, beispielsweise von MAXAR, zu prüfen.
Es ist alles völlig offen und transparent. Weshalb ich dann natürlich gar nicht daran denke, das noch zu erklären.
Die Medien ignorieren das. Und bis heute wird immer noch etwas von einer Blockade erzählt, sogar von Politikern. Dabei gibt es gerade gar keine Blockade.
Es gab genau zwei Blockaden. Einmal ganz am Anfang. Dafür wurden auch die Haftbefehle gegen Netanjahu und Gallant vom IStGH ausgestellt. Und einmal nach der Waffenruhe, als Israel aufgrund der Genfer Konventionen argumentiert hat, dass es genug Nahrung im Gazastreifen gibt.
Die Hamas hat es inzwischen zum Teil der Verhandlungen gemacht, dass die GHF ihre unabhängige Lebensmittelverteilung einstellt. Wenn die UN das fordert: nachvollziehbar. Aber wenn die Hamas das fordert, sollte man doch endlich einmal Fragen stellen.
Zudem hat die IDF fünf alternative Routen angeboten, um Hilfsgüter in den Norden zu liefern. Dort, wo noch keine Verteilstellen der GHF sind. Und die IDF haben angeboten, Konvois innerhalb des Gazastreifens zu eskortieren. Das wurde von der UN abgelehnt, weil das die Souveränität der Palästinenser untergraben würde und zu gefährlich für die Zivilisten sei.
❗️ Auch hier betone ich nochmals: Das bedeutet nicht, dass im Gazastreifen niemand hungert. Aber es zeigt, dass an dem Narrativ, Israel würde den Gazastreifen aushungern, nicht viel dran sein kann.
Es ist viel komplizierter. Zu kompliziert für Schlagzeilen.
Und wer bis hier hin gelesen hat, sollte nun nochmals kurz innehalten und sich fragen, ob diese offenen und leicht zu prüfenden Informationen übereinstimmen mit dem Bild, das er durch die Medien und Social Media im Kopf hat.
🧵 1/ Die aktuelle Nachrichtenlage aus Gaza lädt zu Spekulationen ein. Meine ist: Der Krieg ist sehr bald zu Ende. Das strukturelle Ende von Hamas - oft vergeblich angekündigt - steht eventuell kurz bevor. Zwei Faktoren arbeiten gegeneinander: Zeit und Hunger.
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